Endlich wieder in meinem Element
Lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen.
Es ist schon eigenartig wenn man 55 wird - somit dem 60 er zugeht. Ohh Gott eine wirklich harte Vorstellung. Um dieses eher tragische Ereignis etwas abzuschwächen hatte ich Lust auf ein richtiges Geburtstagsfest im Kreise all der Menschen, die mich in den 55 Jahren begleitet haben und das auch hoffentlich auch weiter tun werden.
Also war Heimurlaub angesagt, 4 Wochen, eindeutig zu kurz, aber ihr müsst euch vorstellen, wie eigenartig es ist von einem Leben in das andere zu springen und das übergangslos. Von der totalen Zweisamkeit am Segelboot, mit einem sehr gemächlichen Rhythmus, viel Natur, viel schnorcheln, sowie gesundes Essen. Und dann in Österreich, an manchen Tagen hatten wir 3 verschiedene Termine Brunch, Jause und Abendessen, soviel Nahrung und Kommunikation waren wir wirklich nicht mehr gewöhnt, und doch ist es herrlich all die Lieben wieder um sich zu haben, mit Freundinnen echten Girly Tratsch zuhalten und den Luxus des Stadtlebens zu geniessen, wie zum Beispiel in ein Buchgeschäft zu gehen und dort auch deutsche Bücher zu finden. Einfach toll.
Nach 4 Wochen hatten wir beide 4 Kilo zugenommen, die wir die Wochen davor ohne es zu merken im Wasser verloren haben - mit schnorcheln. Keine neue Leidenschaft, eine ganz alte bei mir und ich habe mir immer vorgestellt, wenn ich auf einem Segelboot lebe werde ich jeden Tag in der Früh mindestens 1 Stunde schnorcheln gehen.
Jetzt nach 3 Jahren mache ich es wirklich, endlich. In den eiskalten Fjorden von Patagonien macht diese Beschäftigung keinen Spass und die brasilianische Küste entlang war das Wasser ausnahmslos trüb. Aber nun springst du ins Wasser und die Fische begrüßen dich regelrecht. Auf unserem Lieblingsankerplatz lebt eine Stechrochenfamilie - der grösste hat einen Durchmesser von 2m - wirklich beeindruckend und langsam habe ich das Gefühl er kennt mich, er kommt und schaut wenn ich ins Wasser springe und bewegt sich dann ganz langsam am Grund davon, ohne Angst. Natürlich versuche ich ständig die besten Bilder und Filme zu schiessen - eine kleine Auswahl:
Selbst als wir zum ersten mal, den in unserer Bucht lebenden 1,5m grossen Schwarzspitzenriffhai sahen, ließ ich mich ruhig an der Wasseroberfläche treiben und sah dem Hai bei seinen Runden zu. Natürlich hatte ich mich fest an Chrizzly angeklammert, sicher ist sicher. Und das absolut schönste Erlebnis ist, wenn du Unterwasser die Buckelwale singen hörst, einfach unfassbar.
Und so verbringen wir unserer Tage mit schnorcheln und ich sage euch, ich geniesse es endlich wieder in meinen Element zu sein und dafür liess ich mir sogar von Chrizzly die Haare schneiden, lange Haare und schnorcheln, das ist richtig mühsam. Leider hat der gute Chrizzly das mit dem schneiden etwas zu ernst genommen und ich habe nun echt kurze Haare. Nach 2 Tagen Schockstarre, der Haare und mir, normalisiert sich das Erscheinungsbild schön langsam.
Der Arme Mann, der musste sich jetzt 2 Tage lang Dramaqueen Ursl geben, aber warum schneidet er auch 10cm statt 4 ab!