In der Südsee
via Satellit
Über 2000 Seemeilen im Stück gesegelt, 3 Wochen ständig mit Wind von hinten und den großem bunten Genacker unterwegs. 3 Wochen, jeden Tag die gleiche Routine, Schlafen in Schichten, 2 mal am Tag Essen vorbereiten für eine hungrige Meute.
Wir sind nun am obersten Eck von Peru, über 600 Seemeilen vom Land entfernt und haben 1 Fischerboot in dieser ganzen Zeit gesehen. Also man kann sagen wir sind in einem Nichts aus Wasser und Himmel und Himmel und Wasser.
Hin und wieder fliegen die Fische an uns vorbei oder es setzt sich entgegen dem Wohlwollen des Captains eine alte Möwe, auf ihrer Reise auf die Saling.
Und dann schlief der Wind ein und wir standen in einer richtig schönen, erwachsenen Flaute. Zeit um in 4000 Meter tiefen, strahlendem, blauem Wasser schwimmen zu gehen und sich endlich einmal auszuschlafen. Und natürlich eine bisschen Party zu machen, einen Gin Tonic bei Sonnenuntergang zu trinken. Genau das machten wir.
Wie die kleinen Kinder hupften die Jungs am Deck und freuten sich des Alkohols, dann wurde es dunkel und die Musik wurde etwa leiser, plötzlich, hörte ich ein Geräusch vom Wasser herkommen. Ich habe es noch nie in Natura gehört, aber in so vielen Filmen, darum wusste ich sofort Waale. Es waren wahrscheinlich 3 große Waale die ca. 10 Meter von unserem Heck entfernt im Wasser bliesen. Die Fontänen ragten 1,5 Meter hoch in die Luft.
Es muss einfach so sein, sie sind gekommen, aus der Unendlichkeit dieses Meeres um zu schauen, woher denn diese Musik kommt und was denn hier los ist. Friedlich blasend blieben sie im Dunkeln der Nacht 1-2 Minuten und dann verschwanden sie wieder in die Tiefe.
Ich schaute in die Stille dieser Nacht, mit einem Sternenhimmel der unbeschreiblich war und mir wurde klar, wie sich diese Welt zusammenfügte und in diesem Augenblick waren wir ein akzeptierter Teil, auf unserer schwimmenden Nusschale.
Erhebend.